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Wie die Antibabypille mit Antibiotika wirkt

Viele Frauen nehmen die Antibabypille über Jahre hinweg ein. In so einem langen Zeitraum wird Frau hin und wieder krank und es bleibt nicht aus, dass sie zusätzlich Antibiotika einnehmen muss. Natürlich soll aus solch einer Medikamenteneinnahme keine ungewollte Schwangerschaft entstehen und daher steht die Frage im Raum, wie die Antibabypille mit Antibiotika wohl wirkt.

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Wie die Antibabypille mit Antibiotika wirkt
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Viele Frauen nehmen die Antibabypille über Jahre hinweg ein. In so einem langen Zeitraum wird Frau hin und wieder krank und es bleibt nicht aus, dass sie zusätzlich Antibiotika einnehmen muss. Natürlich soll aus solch einer Medikamenteneinnahme keine ungewollte Schwangerschaft entstehen und daher steht die Frage im Raum, wie die Antibabypille mit Antibiotika wohl wirkt.

Die gleichzeitige Einnahme von Pille und zusätzlich Antibiotika kann die Wirkung der Pille herabsetzen und somit die empfängnisverhütende Wirkung beeinträchtigen. Orale Kontrazeptiva können bei gleichzeitiger Einnahme eines Antibiotikums nicht zuverlässig wirken und es sollte zusätzlich verhütet werden. Besonders im Jahr 2020 wird sehr darüber diskutiert, wie sehr ein Antibiotikum die Gesundheit des Menschen beeinträchtigen kann und ob solch ein Medikament heutzutage nicht oft zu unnötig verschrieben wird. In vielen Fällen wäre eine alternative Behandlung sicherlich angebrachter.

Warum setzen Antibiotika die Pille Wirkung herab?

Antibiotika führen nicht zu einer direkten Hemmung der hormonellen Wirkstoffe, die in der Antibabypille enthalten sind. Es können jedoch bei der Einnahme der Pille Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen auftreten. Außerdem wird die Konzentration gewisser Enzyme in der Leber erhöht, was ein beschleunigter Abbau des Wirkstoffes in der Antibabypille verursacht. Die betreffenden Enzyme werden besonders durch Antibiotika Wirkstoffe wie Rifampicin und Rifabutin aktiviert. Durch diese Faktoren kann die sich die empfängnisverhütende Wirkung der Pille herabsetzen. Dazu kommt, dass die Pille in der Regel möglichst gering dosiert ist, um das Risiko für Nebenwirkungen zu minimieren. Der Nachteil an der Behandlung mit niedrig dosierten hormonellen Verhütungsmitteln ist, dass die Wirkung schneller verloren geht. Dies gilt auch für den Nuva Ring oder die Hormonspirale und auch hier muss über eine zusätzliche Verhütung nachgedacht werden.

Wechselwirkung zwischen Antibiotikum und verschiedenen Arten der Pille

Es gibt zwei Arten der Antibabypille, die verschiedene Hormon-Kombinationen aufweisen:

Das Östrogen in den Kombinationspillen wird durch verschiedene Darmbakterien im Darm aktiviert und gelangt dann in den Blutkreislauf. Antibiotika zerstören jedoch körperfremde und körpereigene Bakterien. Aus diesem Grund wirkt das Östrogen dann möglicherweise nicht und das Risiko schwanger zu werden steigt. Da die Mikropille niedrig dosiert ist, haben Antibiotika nicht ganz so einen starkten Einfluss auf sie als auf die herkömmlichen Kombinationspillen. 

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Antibiotika steigern die Anzahl der in der Leber vorkommenden Enzyme namens CYP-Enzyme, die das Gestagen und Östrogen dann zu schnell abbauen. Auch dies beeinträchtigt die empfängnisschützende Wirkung und dies gilt für alle Arten der Antibabypille. Die Steigerung dieser Enzyme verläuft allmählich. In einem Zeitrahmen von 14 Tagen werden diese Enzyme dann wieder abgebaut.

Folglich sind die Wechselwirkungen zwischen Antibiotika und Pille das Herabsetzen der Hormone sowie Zwischen- oder Abbruchblutungen!

Wodurch wird der Enzymspiegel in der Leber noch erhöht?

Es gibt noch weitere Medikamente, die den Enzymspiegel erhöhen können, der die in der Pille enthaltenen Hormone zu schnell abbaut. Auch hier kann eine Schwangerschaft begünstigt werden, da die Pillenwirkung neutralisiert wird. Die folgenden Substanzen können die Leber – Enzyme aktivieren:

  • Epilepsie – Medikamente 
  • Barbiturate und Phenobarbital (Schlafmedikamente)
  • Diazepam (Psychopharmaka)
  • Rheuma-Medikamente
  • Johanniskraut 

Die Studienlage Pille mit Antibiotika

Heutzutage gibt es auf dem Markt eine Vielzahl an Antibiotika gegen die unterschiedlichsten bakterielle Infektionen. Es wurden in diesem Bereich bis dato 52 wissenschaftliche Studien ausgewertet, bei denen die Einnahme der Pille zusammen mit Antibiotika erforscht wurde. 40 verschiedene Antibiotika wurden getestet und in der Mehrzahl der Studien wurden Wechselwirkungen mit der Antibabypille nachgewiesen. Antibiotika wie Sulfonamide, Ampicillin, Penicilline, Metronidazol, Doxycyclin und Tetrazyklin wurden getestet und sie wiesen diese Wechselwirkungen auf. In den Studien wurde jeweils festgestellt, dass die durch die Antibiotika gestörte Darmflora nicht in der Lage war, die Hormone richtig zu verarbeiten und zu verteilen. Die durch Antibiotika auftretenden Nebenwirkungen auf die Gesundheit, wie zum Beispiel Durchfall und Erbrechen, setzten die Wirkung der Pille ebenfalls herab. Besondere Vorsicht bei Antibiotika wie Rifampicin und Rifabutin ist laut neuester Studienlage von 2020 geboten. Im Gegensatz zu anderen Antibiotika Tabletten aktivieren diese beiden Wirkstoffe die CYP-Enzyme viel stärker und setzen damit die eingenommenen Hormone der Antibabypille noch weiter herab, was eine Schwangerschaft enorm begünstigt. 

Was sollte ich beachten, wenn ich die Antibabypille zusammen mit Antibiotika einnehme?

Zusätzliche Verhütung, wie zum Beispiel mit Kondom, ist in der Einnahmezeit der Antibiotika in Betracht zu ziehen, um die Wirkung der Antibabypille nicht herabzusetzen. Bei Antibiotika wie Rifampicin und Rifabutin sollte die zusätzliche Verhütung mit Kondomen über einen Zeitraum von 2 Monaten nach Einnahme dieser Antibiotika gewährleistet werden. Eine Behandlung mit Antibiotika dieser beider Kategorien sollte daher überdacht werden, wenn Frau die Pille einnimmt.

Wichtig: Immer wenn Sie Antibiotika nehmen müssen, dann sollten Sie auch Probiotika einnehmen, um Darmflora und Gesundheit zu stärken. Denken Sie an zusätzliche Verhütung mit Kondom, wenn Sie Antibiotika einnehmen!

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